100 und 1 Möglichkeit Teil 7
Ein schöner Rücken kann auch entzücken! Ein liebes Hallo aus dem son [...]
Ein liebes Hallo aus Niederbayern,
sicherlich haben Sie inzwischen die Schnitte zusammengeklebt, ausgeschnitten und warten voller
Ungeduld wie es nun weiter geht. Ich jedenfalls gehöre zu den Ungeduldigen, die es kaum erwarten
können, wenn es um Fortsetzungsepisoden geht, egal ob es sich um Bücher, Filme oder
Anleitungen handelt.
Deshalb will ich Sie jetzt nicht mehr länger davon abhalten den Workshop zu lesen, damit Sie
endlich mit dem Nähen starten können. Ich habe versucht die Arbeitsschritte genau aufzuzeichnen und
so einfach wie möglich zu halten, so daß auch ungeübtere Hobbyschneiderinnen damit zurecht kommen können.
Kinderkleid mit Spaghettiträger„Lilly“
Sie brauchen:
Papierschnitt:
Papierschnitt zusammenkleben und ausschneiden
Naht- und Saumzugaben
Im Schnitt sind 1,5 cm Nahtzugabe enthalten, Sie brauchen also nichts mehr extra dazu zugeben.
Zuschneiden:
Vorderteil 2x
Rückenteil 1x im Stoffbruch
Vord. Rockteil 1x Im Stoffbruch
Rückw. Rockteil 1x im Stoffbruch
Ich arbeite gerne mit Heißsiegelpapier. Ausserdem habe ich den persönlichen Luxus einen Plotter zu besitzen, so dass ich meine Schnitte nicht zusammenkleben muß. Sie erhalten die Schnitte als PDF Datei und kleben bitte die Teile an den markierten Stellen zusammen. Mit den Schnitten und Dateien erhalten Sie eine genau Anleitung wie die Schnitte zusammengesetzt werden müssen.
Heißsiegelpapier wird auf der Rückseite des Stoffes aufgeklebt. Das hat den Vorteil dass sie die Schnitte nicht mühsam aufstecken müssen, so lassen sich auch sehr feine Stoffe oder sehr problematische Stoffe zuschneiden, weil nichts verrutschen kann. Ich liebe es sehr. Das Heißsiegelpapier gibt es im Fachhandel – oder Sie informieren sich bei mir.
Hier sehen Sie das Vorderteil, sowie den Rücken und Rock.
Im Schnitt ist die Nahtzugabe bereits enthalten, so dass Sie nichts mehr zu beachten brauchen!
Der nächste Schritt wäre das Anbringen der wichtigsten Markierungen. Beispielsweise die Rückw. Mitte. Man knipst mit einer scharfen Schere ein kleines Dreieck aus und schon sind auch nach dem Versäubern noch alle Markierungen deutlich sichtbar.
Hier noch etwas deutlicher zu sehen.
So soll es aussehen. Man sieht ganz deutlich wo sich die rückw. Mitte befindet.
Die gleichen Markierungen bringen Sie am Vorderteil, beim Umbruch, bei der Vord. Mitte und bei der Umbruchstelle an.
Die Markierungen an den Rockteilen sollten auch nicht vergessen vergessen werden.
Damit man weiß, wo an den Teilen oben und unten ist, schneide ich mir zwei kleine Kerben oben an den Rockteilen ein.
Nun starten wir mit dem Nähen. Wir beginnen zuerst mit den Rückenteilen.
Wir versäubern die beiden Rückenteile, also Oberteil und rückw. Rock, legen den Rock in kleine Falten, er hat etwas Mehrweite als das Oberteil und steppen Oberteil und Rock zusammen. Am rückw. Oberteil bügeln wir die obere Kante um, damit wir anschließend das Faltenzugband aufsteppen können. Dadurch ist gleichzeitig die obere Kante mitversäubert.
So sieht es von vorne nach dem Bügeln aus. Es ist von Vorteil, wenn man beim Bügeln sehr exakt arbeitet. Es näht sich so leichter und die Verarbeitungsschritte sind sehr viel angenehmer zu bewerkstelligen. Eine alte Schneiderregel sagt: „Gut gebügelt ist halb genäht“. Das hat was Wahres.
Ich messe mir das benötigte Faltenzugband ab. Das Faltenzugband ist von Ringelspitz, in jedem guten Fachhandel zu kaufen. In diesem Band sind Gummischnüre eingearbeitet die man nach dem aufsteppen zusammenzieht. Dadurch, dass auch noch ein Band mit aufgesteppt wird, sind die Falten sehr gleichmäßig. Ausserdem erhält das Oberteil - oder auch andere Teile - eine gewisse Festigkeit welche sich angenehm anfühlt und Stabilität gibt.
Beim Aufsteppen des Bandes ist darauf zu achten, dass die Schnüre ziemlich parallel nebeneinander liegen, damit es nach dem Einreihen gerade Falten zieht. Bei Größe 140, also wie bei diesem Modell benötigt man drei Reihen. Es gibt Faltenzugbänder mit fünf Gummireihen und welche mit zwei Reihen. Hier habe ich zwei breite und ein schmales verarbeitet.
Sollten Sie dieses Faltenzugband nicht verwenden wollen, gibt es noch eine weitere Möglichkeit zum Smoken. Sie benötigen Schnurgummi auf der Rolle, so wie hier, den können Sie, sofern Sie eine Maschine mit Fußhebel haben an diesem Hebel einfädeln. Wenn Sie losnähen läuft der Gummi problemlos ab - ein kleiner Trick.
Weiterhin benötigen Sie einen Berninafuß Nr. 6. Der Fuß hat vorne ein kleines Loch und durch dieses fädeln Sie Ihren Gummi ein.
Das Ganze sieht dann so aus.
Nun können Sie mit einem Zickzackstich über den Gummi nähen, der hohl durch den Zickzackstich läuft.
Die Reihen nähen sie in etwa 1 cm breiten Abstand. Nun die Gummienden anziehen und schon entsteht der Smokeffekt.
Ich arbeite mit dem Band, das von vorne so aussieht.
Ich ziehe die Gummienden etwas an, weil man diese, bevor man weiter zieht, an einer Seite vernähen muß, damit sich nichts auflöst.
Ich lege die Gummibänder mit einer Schlaufe nach innen und steppe ein paar mal über die Enden. Lieber einmal mehr als weniger steppen, die Gummischnüre müssen viel Zug aushalten. Sind sie einmal durchgezogen kann man sie nicht mehr einfädeln.
An der anderen Seite ziehen wir nun mit Hilfe der Bänder den Rücken auf die gewünschte Breite. Hier haben Sie auch zwei Möglichkeiten. Entweder nehmen Sie, wie ich hier, den Schnitt zu Hilfe - auf dem Schnitt ist die rückw. Mitte eingezeichnet - oder Sie lassen die Schnüre hängen und probieren das Kleid Ihrem Kind an und ziehen es auf diese Art und Weise in passende Form.
Hier liegt der Papierschnitt darunter, wie Sie sehen ziehe ich es um etwa zwei cm enger damit es sich anschmiegt und nicht lose weghängt.
Im obigen Bild sehen Sie die Vorderansicht.
So sieht es auf der Rückseite aus.
Hier nun mit bereits angehängtem Rock. Das Rückenteil ist somit fertig und wir nähen am Vorderteil weiter.
Als erstes versäubern wir die Oberteile sowie den Rock.
Wir bügeln den Umbruch nach rechts um und steppen 1,5 cm tief ab.
Ich habe dieses Kleid bewusst einfach verarbeitet, also ohne Futter und ohne Blenden. Wir wenden den Umbruch nach innen und bügeln die Nahtzugaben nach innen um.
Anschließend habe ich die Teile mit Borte verziert.
Auf der rechten Seite sollte die Borte auch an der vorderen Kante angenäht werden.
Hier eine kleine Ansicht von hinten.
Nun platzieren wir die beiden Teile in der vorderen Mitte aufeinander und steppen schmal ab, so dass beide Teile zusammengefügt sind. Sie können sich natürlich auch die Mühe machen Knopflöcher einzuarbeiten und Knöpfe anzunähen. Ich bevorzuge diese Variante.
Noch ein kleines Röschen zur Verzierung und schon ist das Oberteil fertig.
Zu diesem Kleid gibt es eineStickdatei, dazu erhalten Sie einen separaten Workshop, wie ein solches Täschchen gearbeitet wird. Es ist für einen mittleren Rahmen gedacht.
Tasche auf der gewünschten Stelle im Rock aufstecken und nähen.
Ich weiß nicht, ob Sie das kleine nützliche Teil kennen, einen Abstandshalter. Man kann sich hier den Abstand der Nahtbreite einstellen und hat immer eine gleichbleibend breite Naht. Ich liebe es und empfinde es als unentbehrlich!
Die obere Kante des Rockes wird mit zwei Nähten abgesteppt, damit wir den Rock einreihen können. Ich arbeite mit einer großen Stichlänge - bei mir ist es Einstellung 5 - und es erleichtert enorm beim Einreihen, wenn man die Spannung etwas lockert.
Das Ganze sieht dann so aus. Nun ziehen wir an den unteren Fäden, bis der Rock die gewünschte Breite hat um ihn an das Oberteil zu nähen.
Ich stecke Rock und Oberteil zuerst in der Mitte zusammen, so fällt es nicht weiter schwer, den Rock so weit einzureihen, dass er die gewünschte Länge hat.
Feststecken und Nähen. Genäht wird immer auf der Seite wo man das Gekräuselte sehen kann.
So sieht das fast fertige Kleid nun von vorne aus.
Die Seitennähte schliessen.
Rocksaum umbügeln und absteppen.
Am Schluß kommt das Schönste, die Verzierungen. Ich habe Baumwollspitze und Satinband gewählt.
Kleine Träger zum Binden am Oberteil aufnähen.
Baumwollborte auf den Rocksaum nähen.
Nun das Satinband durch ziehen.
Und fertig! Schön oder ?
Wenn Sie mit Ihren Näharbeiten am letzten Punkt angekommen sind, sollten Sie ein hübsches Kinderkleid
in Händen halten. Haben Sie irgendwelche Fragen an mich, die im Workshop nicht ausreichend genug
beantwortet sind, können Sie mich gerne per mail anschreiben: silvia.vogt@toscaminni.de
Ich schau täglich mehrmals in meine mails, so daß Sie mit einer relativ schnellen Antwort rechnen können.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Nacharbeiten und vielleicht berichten Sie mir, ob Ihr Projekt
gelungen ist. Ganz besonders würde ich mich über Fotos für meine Kundengalerie freuen.
2 Kommentare zum Artikel
mirjana - 28. Juli 2010 16:30
Hallo Silvi,
zugeschnitten habe ich den Stoff schon. Das Faltenzugband muß ich mir noch besorgen, somit kann ich erst nächste Woche weitermachen. Denn mit dem Schnurgummi möchte ich nicht arbeiten.
Vielen Dank für die gute Arbeitsbeschreibung. Ich melde mich dann wieder.
Bis dahin lieben Gruß Mirjana
silvia Vogt - 28. Juli 2010 22:23
Vielen Dank für die positive Rückmeldung.
liebe Grüße
silvi