Tasche mit Bast – Anka
Liebe Leserinnen und Leser, Anka hat mir auch schon Fotos ihrer Tasche g [...]
Kragen
Liebe Leserinnen und Leser,
heute steht der Kragen auf dem Programm. Wir benötigen den Ober- und Unterkragen und die beiden Kragenstege.
Legen Sie die Kragenteile rechts auf rechts aufeinander und stecken sie fest.
Wenn Sie Ihre Bluse später tragen, wird der Kragen nicht senkrecht hochstehen, sondern umgelegt werden. Aus diesem Grund braucht der Oberkragen etwas mehr Weite als der Unterkragen, damit er überhaupt die Möglichkeit hat, sich problemlos umlegen zu können. Als Faustregel gilt: je dicker der Stoff, desto mehr Weite muss zugegeben werden und umgekehrt. Wie erreicht man diese Mehrweite im Oberkragen denn nun?
Der Oberkragen liegt auf dem Unterkragen. Man nimmt beide Stofflagen zwischen Daumen und Zeigefinger der linken Hand und schiebt mit dem Daumen den Stoff ein wenig zur Mitte. Die rechte Hand fixiert mit einer Stecknadel. Der Unterkragen blitzt nun an 3 Seiten etwas hervor.
Â
Sie haben es richtig gemacht, wenn die Ecken des Kragens sich leicht nach oben wölben, sobald er umgedreht wird.
Nähen Sie nun bitte in Pfeilrichtung.
Tipp:
Die Kragenspitze bekommt mehr Festigkeit, wenn Sie über die Ecke hinaus nähen und neu ansetzen. So wird die Gefahr verringert, dass sich die Kragenspitze beim Zurückschneiden löst.
Schneiden Sie eine Seite der Nahtzugabe weiter zurück als die andere und …
bügeln die Nähte auseinander. Ich verwendete dabei ein Miniatur-Ärmelbrett.
Tipp von Anka:
Legen Sie Ihr Ärmelbrett auf die Seite und bügeln auf der Kante, oder verwenden Sie ein Kantholz.
Jetzt wird der Kragen geheftet und anschließend gebügelt. Dabei ist zu beachten, dass der Unterkragen vom Oberkragen an den Kanten überdeckt wird.
Der Oberkragen muss nun an der offenen Seite noch einmal mit Weite versehen werden, weil er sich später auf dem Kragensteg umlegen soll. Man erreicht es, indem man die genähte, lange Kante des Kragens zum Unterkragen hin umlegt und feststeckt.
Bei meinem Kragen erkennt man, dass sich dadurch der Unterkragen leicht vorschiebt (oben rechts im Bild zu erkennen. Der grüne Untergrund schimmert durch den Unterkragen), der Oberkragen weicht wenige Millimeter zurück.
Die Ansatzlinie für den Steg bitte mit einem Reihfaden markieren.
Der mit Einlage versehene Steg wird nun auf dem Unterkragen festgesteckt. Achten Sie bitte auf die Passzeichen (Mitte, vordere Mitte).
Am Steg ohne Einlage bügeln Sie die Nahtzugabe um und stecken ihn am Oberkragen fest.
Deutlich erkennt man, dass der Kragen nun eingeklemmt zwischen dem inneren und äußeren Steg liegt.
Stecknadeln halten alle Lagen fest zusammen.
Der Kragen muss genau zwischen den beiden Passzeichen liegen.
Nun werden alle 3 Teile geheftet und genäht.
Kontrollieren Sie bitte, ob die Maße übereinstimmen. Der Kragen und der Steg müssen an beiden Seiten gleich lang sein.
Jetzt wird der fertige Kragen mit dem Vorder- und Rückenteil der Bluse verbunden. Dazu legen Sie den mit Einlage versehenen Steg rechts auf rechts auf den Halsausschnitt. Achten Sie bitte auf alle Passzeichen (Mitte, vordere Mitte, Schulternaht). Stecken, reihen, nähen.
Â
Durch die relativ breite Nahtzugabe von 1,5 cm war es bei meiner Bluse nicht ganz so einfach, den rückwärtigen Steg mit der Bluse zu verbinden. Am Rückenteil gab es am Halsausschnitt zu wenig Weite. Ich schnitt deshalb die Passe in Abständen etwas ein, damit der Ausschnitt sich dehnen konnte.
Kontrollieren Sie nach dem Nähen wieder, ob die Maße übereinstimmen.
Zuletzt stecken sie den umgebügelten Steg fest. Beachten sie dabei, dass die Saumkante des inneren Steges knapp die Naht des äußeren Steges bedeckt.
Steppen Sie auf der Außenseite im Schatten der Naht.
In der nächsten Woche geht es um die Manschetten und Ärmel.
Liebe Grüße
Anka und Susanne
5 Kommentare zum Artikel
Karin B - 31. Januar 2012 10:16
Hallo Anka. hallo Susanne,
Ihr macht eine Super Arbeit zusammen. Ich habe schon einige Kragen gemacht, aber noch nie so toll beschrieben bekommen. Anka hat zwar immer alles gut gezeigt, wenn man aber nachlesen kann ist auch sehr gut. Für die nächsten Blusen habe ich mir alles gespeichert. Eure Bluse kann ich wegen meiner Figur nicht mit machen, aber mit meinem Schnitt nach arbeiten. Danke für die viele ARbeit die Ihr Euch macht.
Liebe Grüße
Karin
Barbara Federau - 1. Februar 2012 16:26
Hallo Anka, hallo Susanne,
ich möchte mich ebenfalls bedanken für die gut zu verstehenden Beschreibungen der einzelnen Schritte. Die tollen Fotos dazu machen jeden Nähschritt noch verständlicher. Ich werde mir ebenfalls alles speichern und bin froh, dass ich immer wieder “nachsehen” kann.
Grüße von Barbara
Susanne Menne - 1. Februar 2012 16:32
Hallo Karin und Barbara,
vielen Dank für Eure Komplimente. Wir freuen uns sehr über Eure anerkennenden Worte. :)
Liebe Grüße
Susanne
Wiebke Maschitzki - 3. Februar 2012 17:40
Hallo Ihr beiden !
Super !! Jetzt trau ich mich auch mal wieder an eine Bluse.
Knopflöcher ( lange Zeit ein Hinderungsgrund für das Nähen einer Bluse) klappen ja jetzt mit der Bernina 580 von ganz alleine ( na ja, fast !! ).
Meine bestellten Leinenmeter sind auch heute gekommen – jetzt fehlt nur noch etwas Zeit !!! Oder habt Ihr dafür nicht auch noch einige Tipps auf Lager ?
Vielen Dank für alle Tipps .
Wiebke
Babrara Barz - 12. Februar 2012 11:16
Liebe Anka, Liebe Susanne, herzlichen Dank für diese wunderbare und durchdachte Anleitung. Hier steckt jede Menge Arbeit von euch drin. In vielen Büchern die ich besitze, ist mir so eine detailiierte, mit Fotos angereicherte, mit guten Tipps und in einer leicht verständlichen Sprache noch nicht untergekommen. Super Arbeit! Ich hoffe ich lese noch ganz viel von euch, sodass meine Bernina “so richtig” genutzt wird.
Lieben Gruß, Barbara